Agile Strukturen und Arbeitsweisen sind in aller Munde. Kaum ein Unternehmen, das sich nicht mit dem Thema „New Work“ beschäftigt, inspiriert vom Wunsch, adaptiver, kundenorientierter, transparenter, innovativer und noch viel mehr zu werden. In der Praxis stellen wir dann oft fest, dass auch die durchdachteste neue Struktur und die bestgeschulte Methode die erhofften Verhaltensänderungen nur partiell hervorruft. Warum?
Ein möglicher Ansatzpunkt ist das „agile Mindset“: Neben Strukturen und Methoden sind wir auch eingeladen, unsere eigene Haltung, unsere Annahmen und Glaubenssätze zu reflektieren und zu prüfen, ob die erhoffte Verhaltensänderung auf Basis der entdeckten inneren Verfasstheit nach außen wirksam werden kann.
Zeitaufwand
- 30 Minuten
Material und räumliche Rahmenbedingungen
Flipchart, Post-its
Indikation
Die Coachees befinden sich im Umfeld einer agilen Transformation und/oder sind mit agilen Arbeitsmethoden in Berührung gekommen. Sie sehen Herausforderungen bzw. stehen vor Fragen wie: „Welche Haltung braucht agiles Arbeiten? Wie werden agile Werte in meinem Tun sichtbar und spürbar? Worauf basiert Führung in einem agilen Umfeld? Wie gelingt die agile Transformation im Kopf? Wie kann ich durch mein Verhalten agiles Arbeiten unterstützten?“ etc.
Prozessziel
Die Coachees erlangen Klarheit darüber, wie sie durch ihr konkretes Verhalten agile Werte sichtbar und erlebbar machen können. Sie reflektieren eigene Glaubenssätze und Begrenzungen, die dadurch im weiteren Coaching-Prozess Schritt für Schritt bearbeitbar werden. Sie erarbeiten ihre eigene authentische Ausdrucksweise agiler Werte.
Konkreter Ablauf
Schritt 1: Wertegrundlage erarbeiten
Wir reflektieren mit den Coachees jene Werte und Prinzipien, die in ihrem Umfeld für Agilität stehen. Das können beispielsweise Werte sein wie Transparenz, Offenheit, Vertrauen, Augenhöhe, Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Selbstverpflichtung (Commitment), dezentrale Entscheidungsfindung, konstruktiver Umgang mit Fehlern, schnelle Feedbackschleifen, Mut, Wertschätzung, Fokus, Orientierung am Kundennutzen, Sinnorientierung, etc.
Schritt 2: Werterad erstellen
Die Werte werden am Flipchart jeweils an die Speichen des Werterads übertragen. Die Coachees schätzen ein, wie sichtbar der jeweilige Wert in ihrem Handeln bereits ist (als „X“ auf der Speiche des Rads) und ermittelt ihre persönliche Priorisierung der Werte: „Welche Werte liegen mir besonders am Herzen?“
Abb. 3.3.6.1: Agiles Werterad
Schritt 3: Wie werden die Werte sichtbar und spürbar
Wir sammeln mit den Coachees Situationen, in denen der jeweilige Wert sichtbar wurde und solche, in denen er nicht sichtbar wurde. Konkrete Verhaltensweise, Aussagen, Handlungen, Körperhaltung etc. werden herausgearbeitet.
Schritt 4: Reflexion der inneren Verfasstheit
Wir richten den Blick auf die Nabe des Rads, somit auf die innere Verfasstheit der Coachees. „Was hält mich zurück, den jeweiligen Wert sichtbar werden zu lassen? Was würde passieren, wenn ich bisherige Verhaltensweisen aufgebe? Was sind meine Annahmen, Glaubenssätze (mittels Post-its ergänzen oder in die Nabe schreiben)?“ Eine weitere Reflexionshilfe kann die Frage darstellen, wie Begriffe wie Macht, Autorität, Erfolg, Leistung, etc. besetzt sind.
Auszug aus
Johannes Narbeshuber (Hrsg)
In Beziehung. Wirksam. Werden.
Der systemisch-evolutionäre Coaching-Ansatz der Trigon Entwicklungsberatung
www.trigon.coach
